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 Fundamental: Aktienanalyse mit Zahlen
 

Um verlässliche Kursprognosen für die Zukunft abgeben zu können, haben Anlageexperten ein umfangreiches Instrumentarium entwickelt. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Ansätze: zum einen die fundamentale und zum anderen die technische Methode.

Fundamentalanalysten machen sich in ihrer quantitativen Analyse, anhand von Jahresabschlüssen und Bilanzen ein Bild vom Gewinn und der Ertragskraft des jeweiligen Unternehmens. Dabei werden mit den Unternehmensdaten auch jene Renditekennzahlen ermittelt, aus denen Börsianer Rückschlüsse auf die Qualität und die Gewinnchancen der einzelnen Aktien ziehen, und die im folgenden erläutert werden.

Neben dieser klassischen Analyse von Bilanz- und Erfolgsrechnung des jeweiligen Unternehmens fließen zudem qualitative Faktoren in die Unternehmensbewertung ein. So werden die Stellung des Unternehmens am Markt und in der Branche, das technische Know-how, die Managementleistung bis hin zur Angebotspalette, Auftragslage und Zukunftserwartung beurteilt und bewertet. Die Fundamentalanalyse arbeitet vorwiegend mit Kennzahlen. Hier die wichtigsten:

Renditekennzahlen der Aktienanalyse

Dividendenrendite

Kaum jemand dürfte eine Aktie wegen der Dividende kaufen, den meisten sind die Kursgewinne lieber. Dennoch ist die jährliche Ausschüttung ein gern genommenes Zubrot.

Zur Berechnung der Dividendenrendite setzt man die zuletzt gezahlte Dividende ins Verhältnis zum aktuellen Kurs.

Dividende x 100

Dividendenrendite =   

-------------------

Aktienkurs


Beispiel: Ein Unternehmen schüttet eine Dividende von ? 5 aus. Der Kurs liegt bei ? 150. Damit ist eine Dividendenrendite von 3,3 % festzustellen.

Generell gilt: Je höher die Dividendenrendite, desto besser, weil risikoloser ist ein Papier zu beurteilen. Man sollte dieser Zahl aber nicht blind vertrauen. Eine hohe oder steigende Dividendenrendite kann auch ein Warnsignal sein. Denn ein permanent fallender Aktienkurs führt zwangsläufig zu einer immer höheren Dividendenrendite.

Gewinn je Aktie

Diese Kennzahl dient als Grundlage zur Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Aus dem Jahresabschluss errechnet der Analyst den Gewinn des Unternehmens. Er kann erheblich von dem ausgewiesenen Gewinn abweichen, da in den Bilanzgewinn auch außerordentliche Erträge, beispielsweise durch Verkäufe von Immobilien oder Auflösung von Rücklagen, einfließen. Die Informationen des Unternehmens können verwässert sein beispielsweise durch eine geschönte Bilanz oder besondere Vorkommnisse.

Analysten interessieren nur die laufenden Erträge. Die Gewinne werden nach der DVFA-Formel berechnet, der von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung (DVFA), der Vereinigung deutscher Analysten, entwickelten Formel, die die Schätzungen vergleichbar machen soll. Den Gewinn teilt man durch die Zahl der ausgegebenen Aktien des Unternehmens. Das ergibt den Gewinn je Aktie.

Jahresüberschuss
- außerordentliche und aperiodische Erträge
außerordentliche und aperiodische Aufwendungen
/- sonstige bereinigende Posten

----------------------------------------------------------

= Ergebnis nach DVFA


Beispiel: Der Gewinn einer Aktiengesellschaft wird auf ? 600 000 Euro geschätzt. Es sind 40 000 Aktien auf dem Markt. Das Ergebnis je Aktie ist also ? 15 Euro.

Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist mittlerweile die bekannteste Aktienkennzahl. Mit dem KGV kann verglichen werden, wie teuer oder billig eine nationale oder international Aktie ist. Das KGV nimmt den Gewinn je Aktie und teilt ihn durch den aktuellen Börsenkurs.

Aktienkurs

KGV =   

-------------------

Gewinn je Aktie


Die Kennzahl gibt also an, wie oft der Gewinn pro Aktie im aktuellen Börsenkurs enthalten ist. Daraus ergibt sich der Faktor, mit dem die Börse bereit ist, den erwarteten Ertrag im laufenden Jahr zu bezahlen. Oder: Die Aktie kostet das xfache des Gewinns, den sie erwirtschaftet. Oder: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt an, mit dem Wieviel-fachen des Jahresgewinns die Aktie zur Zeit an der Börse bewertet wird. Oder noch anders ausgedrückt: Wie viele Jahre muss ein Aktionär warten, bis er seinen Kapitaleinsatz durch Gewinnausschüttungen zurückerhält?

Beispiel: Der aktuelle Aktienkurs liegt bei ? 300. Der Gewinn je Aktie wurde mit ? 15 ermittelt. Die Aktie hat ein KGV von 20. - Steigt der Gewinn je Aktie auf ? 20, kann der Aktienkurs bei gleichem KGV auf ? 400 steigen. Dann verfügt die Aktie über ein Kurspotential von ? 100.

Ein isoliertes Ergebnis aus der KGV-Berechnung sagt wenig aus. Erst im Vergleich zu anderen Aktien oder dem Gesamtmarkt wird die Zahl aussagekräftig. Prinzipiell gilt: Je niedriger das KGV, desto billiger ist die Aktie. Und je höher, desto teurer. Aktuell haben DAX- Werte meist ein KGV zwischen 21 und 23. Kleinere Werte liegen bei 12 bis 14. Im langjährigen Durchschnitt haben deutsche Aktien ein KGV von rund 15.

Bei deutlich höherem KGV sollten Anleger vorsichtig disponieren: Dann könnten die Aktien gemessen am Gewinn teuer gehandelt werden. Generell wird wachstumsstarken Unternehmen ein höheres KGV zugestanden als Unternehmen mit geringerem Wachstumspotential. Deswegen sind beispielsweise

Zukünftiger Gewinn wird mit einbezogen

Telekommunikationstitel in letzter Zeit höher bewertet als andere Papiere.
Bei vielen Aktien gibt es häufig nur rote Zahlen und keinen Gewinn. Und deswegen eigentlich keine übliche KGV-Berechnung. Doch hier bedienen sich Analysten eines Tricks: Sie betrachten nicht nur den Gewinn des laufenden, sondern auch den der kommenden Geschäftsjahre.

Ein Unternehmen, dessen Erträge von Jahr zu Jahr stark steigen, kann zum Beispiel auf Basis der aktuellen Gewinnschätzung teuer, auf Sicht von ein oder zwei Jahren aber billig oder angemessen bewertet sein, wenn sich der Gewinn jährlich verdoppelt. Bei stark gestiegenen Kurse ergeben sich utopisch hohe KGV von 100 oder höher. Dabei gilt als Faustregel: Das KGV sollte nicht höher als das Gewinnwachstum sein.

International ist das KGV übrigens nur selten vergleichbar. In Japan ist es doppelt so hoch wie in Deutschland. Man sollte sich also nie allein auf diese Kennzahl verlassen. 


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Unterstützung von Reuters zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen zu IPOs, Aktien und Research finden Sie auch direkt unter www.reuters.de 

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